Geschichte

Museum Ravensburger_Historie Gebäude_Außenansicht Museum Ravensburger
Museum Ravensburger_Historie Gebäude_Außenansicht Museum Ravensburger
Museum Ravensburger_Historie Gebäude_Außenansicht Museum Ravensburger

Verlagsgeschichte im Kulturdenkmal

Im Museum Ravensburger präsentieren sich historische Bausubstanz und moderne Architektur in einem spannenden Miteinander. Das Gebäude, in dem heute die Besucher in der Marktstraße 26 das Museum Ravensburger erkunden, gehört zu einem der ältesten der Stadt und ist als Kulturdenkmal besonders geschützt. In vielen Räumen sind Spuren des über 600 Jahre alten Gebäudes sichtbar. Alte, gut erhaltene Holzdecken aus dem 15. Jahrhundert, Stuckarbeiten und restaurierte Deckengemälde ziehen die Blicke auf sich und zeugen von einer geschichtsträchtigen Vergangenheit des Hauses und seiner Bewohner:

1416 legt die Fernhändler-Familie Möttelin ihren Familiensitz in die Marktstraße 26. Sie lässt auf die bereits vorhandenen Gebäudeteile im Osten und Westen ein verbindendes drittes Obergeschoss setzen und ein gemeinsames Dach aufschlagen. Das Haus in seiner jetzigen Außenform ist bis heute erhalten. Im Inneren sind noch einige alte Gebäudeteile vorhanden und können bei einem Rundgang besichtigt werden.

1473 erwirbt die Familie Besserer das Haus in der Marktstraße 26. Sie zählten zu den 100 reichsten Bürgern der Stadt und waren Mitglieder der Großen Handelsgesellschaft.

• Um 1500 erben die mit der Familie Besserer verschwägerten Freiherren Schellenberg zu Kißlegg das Anwesen. Eigentlich durfte kein Adelsgeschlecht in der Reichsstadt Grundbesitz erwerben, weil die Stadtbürger dann verpflichtet gewesen wären, deren Burg zu verteidigen. Für die Familie Schellenberg wurde eine Ausnahme gemacht. Zu hohe Ausgaben für Kriegsführung und Titelerwerbe treiben die Schellenberg jedoch in den Ruin und das Haus in der Marktstraße 26 muss zwangsversteigert werden.

• Ab 1660 wird das Gebäude von verschiedenen Patrizierfamilien, wie zum Beispiel Dr. Johann Michael Schatz, einem Juristen aus Vorarlberg, und dem Ratsherren Anton Gaist v. Wildegg, bewohnt. Um die Räumlichkeiten ihren Ansprüchen anzupassen, lassen sie diverse Umbauten durchführen.

1737 bezieht Franz Joseph von Gerer das Haus in der Marktstraße 26. Er wird 1740 zum Bürgermeister gewählt und lässt daraufhin verschiedene repräsentative Räume neu ausstatten. Dabei ist besonders eine Deckenmalerei hervorzuheben, die die vier Kardinaltugenden Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mäßigung und Klugheit zeigt.

1788 entsteht im Auftrag des Bürgermeisters Franz Balthasar von Merz, der von 1743 bis zu seinem Tod im Jahr 1759 in der Marktstraße 26 wohnt, die kunstvolle Fassadenmalerei.

1811 gelangt das Gebäude erstmals in wohlhabende bürgerliche Hände.

1896 wird es zum Stammhaus des Buch- und Spieleverlags „Otto Maier Verlag“ unter der Leitung von Otto Maier, später Ravensburger Verlag.

• Bis 1962 wird in der Marktstraße 26 das gesamte Verlagsgeschäft abgewickelt (Offsetdruck, Verlagsbuchbinderei, Kartonagenfertigung, Lager und Auslieferung).

• Ab 1962 ziehen die Spielefertigung, 1992 der Spieleverlag und schließlich 2005 auch der Ravensburger Buchverlag in die Robert-Bosch-Straße um. In der Marktstraße 26 kann man das Verlagsmuseum erkunden.

• Von September 2007 bis Mai 2010 werden Umbau und Neugestaltung zum „Museum Ravensburger“ durchgeführt.

Mai 2010: Eröffnung Museum Ravensburger.